Endlich Frühjahr - wir alle freuen uns auf steigende Temperaturen und ein paar sonnige Stunden draußen. Für viele Kaninchenbesitzer ist es nun an der Zeit, die Tiere nach draußen zu bringen oder in den Auslauf zu setzen. Manche Menschen sammeln nun auch wieder Futter von den angrenzenden Wiesen.

 

Was viele Menschen unterschätzen: Auch hier in Niedersachsen gibt es zwei für Kaninchen sehr gefährliche Krankheiten: Die RHD (Rabbit Haemorrhagic Disease), auch Chinaseuche genannt sowie die Myxomatose. Ungeimpfte Tiere erkranken daran schwer, viele Tiere versterben auch an der Infektion. Nur die Impfung schützt vor den Erkrankungen.

 

Wie können die Kaninchen RHD oder Myxomatose bekommen?

Bei den Krankheiten handelt es sich um Virusinfektionen, die vor allem über stechende Insekten oder direkten Kontakt mit Wildkaninchen übertragen werden. Die Wildkaninchen sind oftmalsTräger dieser Viren, die über diesen Weg andere Wildkaninchen, aber eben auch Hauskaninchen anstecken können.

Es gibt aber auch andere Wege der Übertragung: Füttern Sie Ihrem Tier Futtergras oder Kräuter von der Wiese?  Man sieht es dem Gras ja nicht an, wenn kurze Zeit zuvor ein infiziertes Wildkaninchen damit Kontakt hatte, das Futter wird dann zum Überträger der Krankheit.

 

Viele Besitzer sitzen dem Irrtum auf, dass man ja immer noch behandeln könne, wenn das Tier sich mit RHD oder Myxomatose angesteckt hat. Gegen beide Erkrankungen gibt es keine Medikamente, die das Tier heilen können.

 

Die RHD ist eine Erkrankung, die bei den betroffenen Kaninchen meist zum (recht schnellen) Tod führen. Morgens sitzt das Tier noch scheinbar gesund im Stall, nachmittags tritt blutiger Schaum aus der Nase, die Tiere haben Erstickungskrämpfe und versterben. Es bleibt gar keine Zeit mehr, um den Tieren helfen zu können.

Die Myxomatose erkennt man häufig daran, dass bei den betroffenen Tieren ca. 4-10 Tage nach der Ansteckung der Gesichtsbereich (Nase, Lippe, Augen, Ohren) stark angeschwollen ist. Die Augenlider sind gerötet und die Tiere haben Nasenausfluß, meist auch starke Atembeschwerden. Bei der "knotigen Form" der Myxomatose treten knotige Verdickungen in der Haut sowie der Unterhaut der Tiere auf. Die Erkrankung führt nicht so schnell zum Tode wie die RHD. Trotzdem versterben auch bei der Myomatose viele Tiere.

 

Da man als Kaninchenbesitzer den Hauptübertragungsweg, nämlich Stechmücken, in der Regel nicht vollständig ausschließen kann, schützt nur eine Impfung vor diesen Erkrankungen! Auch Kaninchen in Wohnungshaltung sollten geimpft werden.

 

Falls Sie Ihr Tier bisher nicht impfen lassen, scheuen Sie sich nicht, mich anzurufen. Gemeinsam können wir dann die persönlichen Risikofaktoren für Ihr Tier besprechen und herausfinden, ob eine Impfung auch für Ihr Kaninchen sinnvoll wäre.